Bundeslandwirtschaftsministerin Aigner abgetaucht?
06.07.2010: MdB Angelica Schwall-Düren kritisiert mangelndes Interesse der Bundesregierung für Milchbauern:
"Im Wahlkampf hat die CDU/CSU die Krise auf dem Milchmarkt noch zum Thema gemacht. Jetzt scheinen die Nöte der Milchbauern bei Ministerin Aigner in Vergessenheit geraten zu sein. Passiert ist seitdem nichts", ärgert sich die Münsterländer Bundestagsabgeordnete Angelica Schwall-Düren (SPD).
Derzeit werde in Brüssel über einen Expertenbericht dazu beraten. "Jetzt muss die Bundesregierung im Interesse der Milchbauern auch in unserer Region Flagge zeigen. Unsere münsterländische Kulturlandschaft braucht eine zukunftsfähige Milchviehwirtschaft", mahnt Schwall-Düren zum Handeln. Denn trotz der leichten Erholung am Milchmarkt mangele es immer noch an Maßnahmen zur dauerhaften Stabilisierung.
Enttäuscht ist die Bundestagsabgeordnete Schwall-Düren darüber, dass der Bericht keine neuen zukunftsweisenden Ideen für die Organisation des Milchmarktes enthält. Umso wichtiger sei es daher, dass sich die Bundesregierung in Brüssel für eine längerfristige Strategie einsetze, die den heimischen Milchproduzenten helfe, betont Angelica Schwall-Düren. "Besonders die Frage nach der Position der Erzeugergemeinschaften und der Verhandlungsmacht der Milchbauern gegenüber Molkereien muss genauer erörtert werden. Wir brauchen eine Stärkung der Erzeuger, damit Milchbauern und Molkereien endlich auf Augenhöhe verhandeln und die Landwirte faire Preise für ihre Milch bekommen", so die SPD-Politikerin Schwall-Düren. Auch regionale Erzeugergemeinschaften und die regionale Vermarktung seien stärker zu unterstützen.
Als begrüßenswert beurteilt die Bundestagsabgeordnete Schwall-Düren den Vorschlag der Brüsseler Expertengruppe, die Kennzeichnung von Milchprodukten zu verbessern. "Ich hoffe, dass die Kommission sich dieser Vorschläge annimmt und verhindert, dass Verbraucherinnen und Verbraucher mit Imitatprodukten hinters Licht geführt werden", so Schwall-Düren.

